Hund im Schnee: Kälte, Pfoten, Salz und viel Spass
Für mich ist der Winter Magie pur. Die Schneeflocken, die ruhig vom Himmel fallen. Das Knirschen von kaltem Schnee unter den Schuhsohlen. Diese Ruhe und Stille, die Schnee mit sich bringt. Und das Licht, das plötzlich wirkt wie ein riesiger Softbox-Reflektor.
Und dann mein Hund: Im Schnee vergisst sie sich komplett und ist im absoluten Spinnmodus am Rumtollen. Und in mir diese Freude im Innern, dieses Glücksgefühl, dieses Energie-Tanken in der Natur … ich könnte ewig weiterschwärmen.
Aber auch wenn unsere Hunde im Schnee so richtig abgehen, dürfen wir nicht vergessen: Kälte kann ihnen zusetzen. Streusalz kann die Pfoten schädigen. Und Eisklumpen zwischen den Zehen können richtig weh tun.
Ab wann ist es „zu kalt“ für Hunde?
Es gibt keine eine Temperatur, die für alle Hunde gilt. Kälte ist ein Mix aus Temperatur, Wind, Nässe, Bewegung, Körperbau und Gewöhnung. Trotzdem können Richtwerte helfen.
Grobe Orientierung (immer abhängig vom Hund):
- Unter ca. 7 °C: Manchen kälteempfindlichen Hunden wird es bereits unwohl (klein, kurzhaarig, sehr schlank, krank, SeniorInnen).
- Unter 0 °C: Für kleine Hunde, kurzhaarige Hunde, Welpen, SeniorInnen oder kranke Hunde kann längere Zeit draussen riskant werden.
- Unter ca. -6 °C: Dann steigt das Risiko für praktisch alle Hunde, wenn sie länger draussen sind (vor allem mit Wind und Nässe).
Wichtig: Wind (Windchill) und nasses Fell machen es deutlich gefährlicher, weil der Körper schneller Wärme verliert. Und je weniger sich dein Hund bewegt, desto schneller kühlt er aus.
Kälte vertragen Hunde ganz unterschiedlich: Eine dicke Unterwolle schützt, während kleine oder sehr schlanke Hunde oft schneller auskühlen – genauso wie Senior:innen oder Hunde mit chronischen Erkrankungen. Auch die Gewöhnung macht viel aus. Und etwas, das man leicht vergisst: Wenn ihr direkt aus dem warmen Wohnzimmer in eisige Temperaturen startet, müssen sich auch beim Hund die Muskeln erst „einlaufen“.
Achte unterwegs auf leise Signale: Zittern, eine verkrampfte Haltung, eingeklemmte Rute, langsamer werden, nicht mehr so fröhlich toben, Pfoten hochziehen oder tänzeln, häufig stehen bleiben, unruhig werden oder jammern. Wirkt dein Hund deutlich unterkühlt (z. B. sehr schwach, apathisch, verwirrt), dann gilt: rein, langsam aufwärmen – und im Zweifel lieber einmal mehr den Tierarzt kontaktieren.
Pfoten im Winter: Salz, Eis, Risse und was wirklich hilft
Pfoten sind im Winter das grösste Thema, weil sie gleichzeitig laufen, bremsen, rutschen, nass werden und dann auch noch Chemie abbekommen.
Streusalz kann die Ballen reizen, austrocknen und schmerzhaft brennen. Viele Hunde lecken danach an den Pfoten, was zusätzlich ungünstig ist. Wasche also die Pfoten deines Hundes nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ab und gut abtrocknen nicht vergessen.
Ein Balsam wirkt wie eine Barriere und schützt vor Salz und Austrocknung. Wichtig ist aber, dass die Produkte kein Wasser enthalten. Bei längerem Fell zwischen den Zehen können harte Schneebälle entstehen, die beim Gehen schmerzhaft sind. Hier kann man das Fell zwischen den Zehen leicht kürzen.
Eine weitere Möglichkeit sind Booties. Sie schützen vor Salz, Eis, scharfe Kanten. Aber starte zu Hause mit kurzen Einheiten und baue das Schuhtragen korrekt auf. Die Booties verändern die Traktion und es kann sein, dass dein Hund viel mehr rutscht. Deshalb ist es so wichtig, dass nebst richtiger Grösse und Passform auch der Grip passt.
Hundemantel = Weichei?
Absolut NEIN. Sie sind Ausrüstung. Punkt. Auch wir ziehen Mütze und Handschuhe an und holen die dicke Jacke raus. Vor allem für kurzhaarige Hunde ohne Unterwolle ist ein Mantel im Winter oft wirklich sinnvoll, gerade wenn es windig oder nass ist (Schneeregen ist fies) und ihr länger rumsteht (Fotos, Warten, Café-to-go, Gespräch mit Nachbarn, was auch immer).
Ein guter Hundemantel muss Brust und Rücken gut abdecken, winddicht und idealerweise wasserabweisend sein.
„Er muss sich bewegen, dann friert er nicht“ stimmt teilweise, aber bitte mit Gefühl. Im Winter ist oft besser kürzer, dafür öfter rauszugehen. Und denk daran: Wenn dein Hund nass wird (Schnee schmilzt im Fell), kühlt er schneller aus. Trocknen ist nicht Luxus, sondern Schutz; auch bei der Rückfahrt im kalten Auto…
Und jetzt lasst uns gemeinsam dieses Winterwonderland geniessen!
